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| CDM - Projektpraxis in Armenien, Aserbaidschan, Georgien und Moldawien |
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Überarbeitete Version vom Januar 2005
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Ein Konsortium unter der Leitung von Fichtner wurde im April 2004 im Rahmen des TACIS-Programms der Europäischen Union beauftragt, die Länder Armenien, Aserbaidschan, Georgien und Moldawien im Hinblick auf die Umsetzung des Kyoto-Protokolls mit Schwerpunkt auf Clean Development Mechanism (CDM) zu beraten. Diese Vorbereitungen sind erforderlich, damit die Länder den CDM für eine nachhaltige Entwicklung nutzen können. Die Projektlaufzeit beträgt 2½ Jahre, so dass an dieser Stelle über Erfahrungen und Zwischenergebnisse berichtet werden kann.
Das Projekt
Aufbau institutioneller Strukturen
CDM-Potenziale
CDM-Projektpraxis
Baselines
Additionality
Monitoring
Fazit
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| Das Projekt |
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CDM bezeichnet einen projektbezogenen Mechanismus zur Verminderung von Treibhausgasemissionen in Schwellen- und Entwicklungsländern, welche sich selbst im Rahmen des Kyoto-Protokolls zu keinen Emissionsobergrenzen verpflichtet haben. Die durch ein CDM-Projekt generierte Emissionsreduktionseinheiten, sog. Certified Emission Reductions (CERs) können an Industrieländer mit Emissionsobergrenzen verkauft werden und innerhalb des EU Emissionshandels auch bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen als Emissionsrechte eingesetzt werden.
Das Gesamtprojekt beinhaltet institutionelle sowie CDM-Projektpraxis-Aufgaben. Zu den institutionellen Aufgaben gehört die nationalen CDM Behörden (Designated National Authority - DNA) aufzubauen und die internen Abläufe und Entscheidungskriterien für die Genehmigung von CDM-Projekten zu definieren und zu etablieren.
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Zur CDM-Projektpraxis gehört in jedem der Projektländer konkrete Projekte als Pilot- und Demonstrationsvorhaben zu identifizieren und umzusetzen. Die Projekte sind von der Wirtschaftsstruktur des jeweiligen Landes abhängig, z. B. welche Industriesektoren gibt es, mit welchen Primärenergieträgern werden Strom und Wärme bereitgestellt, welche weiteren wesentlichen Treibhausgasemittenten gibt es? Darüber hinaus werden für jedes Land zwei PDDs (Project Design Documents) erstellt. Ein PDD ist eine ausführliche Dokumentation eines Projektes, vergleichbar mit einem Genehmigungsantrag. Die Erstellung eines PDDs ist Voraussetzung, damit ein Projekt durch das Executive Board (oberstes CDM-Gremium) als Emissionsreduktionsprojekt registriert werden kann. Die identifizierten Projekte und landesspezifischen Projektansätze sollen auch an potentielle Investoren vermarktet werden.
Das Projekt beinhaltet zudem einen weitgehenden Erfahrungsaustausch unter den vier Zielländern sowie zusätzlich mit zwei parallel durchgeführten Schwesterprojekten in der Ukraine und Weißrussland sowie in den zentralasiatischen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion.
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| Aufbau institutioneller Strukturen |
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Innerhalb des CDM-Projektzyklus ist die Genehmigung des Projektes durch das Gastland vorgesehen. Zuständig dafür ist eine nationale Behörde, die sogenannte DNA (Designated National Authority). Jedes Land, das CDM nutzen möchte, muss eine DNA etablieren.
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Verschiedentlich haben sich unklare oder noch nicht definierte institutionelle Strukturen bei der lokalen Genehmigung von CDM-Projekten als Hemmschuh für die Entwicklung von CDM-Projekten herausgestellt. Im Rahmen des Projektes für die EU wurden deshalb Resolutionen zum Aufbau der DNAs und zur lokalen Genehmigung von CDM-Projekten anhand definierter und transparenter Nachhaltigkeitskriterien entwickelt. Ein wesentliches Element dabei sind definierte Zeiträume für die Genehmigung bzw. Ablehnung von CDM-Projektvorschlägen. Die entsprechenden Resolutionen befinden sich im politischen Abstimmungsprozess der Gastländer. Es ist zu erhoffen, dass dort in Kürze transparente und inhaltlich nicht überfrachtete Richtlinien zur Genehmigung von CDM-Projekten durch die jeweilige nationale DNA vorliegen werden. In einem klaren und kurzen Genehmigungsverfahren dürfte auch ein Vorteil im weltweiten Wettbewerb um CDM-Investitionen liegen.
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| CDM-Potenziale |
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Ein Blick auf die Emissionsinventare der vier Projektländer veranschaulicht bereits, dass die größten Potenziale für Emissionsreduktionen in Aserbaidschan liegen.
| Land |
CO2 Ausstoss |
Einwohner |
Gesamtfläche |
| Projektländer |
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| Aserbaidschan |
43,3 Mio t CO2 eq.*/a |
7,8 Mio. |
86.600 km2 |
| Moldawien |
12.5 Mio t CO2 eq.*/a |
4,4 Mio. |
33.843 km2 |
| Georgien |
8,7 Mio t CO2 eq.*/a |
4,9 Mio. |
69.700 km2 |
| Armenien |
6,2 Mio t CO2 eq.*/a |
3,3 Mio. |
29.800 km2 |
| Vergleiche aus Europa |
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| Österreich |
86 Mio t CO2 eq.*/a |
8,2 Mio. |
83.859 km2 |
| Schweden |
71 Mio t CO2 eq.*/a |
8,9 Mio. |
449.964 km2 |
| Slowenien |
20 Mio t CO2 eq.*/a |
1,9 Mio. |
20.273 km2 |
| Lettland |
11 Mio t CO2 eq.*/a |
2,3 Mio. |
64.589 km2 | * CO2-Äquivalente
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Neben der größeren Bevölkerungszahl liegt die Ursache insbesondere darin, dass Aserbaidschan über eigene Öl- und Gasvorkommen, insbesondere auch Offshore im Kaspischen Meer, verfügt. Dabei fallen einerseits bei der Exploration Methanemissionen an und andererseits haben die eigenen Vorkommen einen höheren Inlandsverbrauch an fossilen Energieträgern zur Folge. Allen vier Ländern ist gemein , dass sie teilweise sehr ineffiziente Energieversorgungsstrukturen aus der Sowjetzeit übernommen haben, insbesondere ineffiziente Kraftwerke und Energieverteilungsnetze sowie unzureichend gedämmte Gebäudebestände. Beispielsweise ist nach der Unabhängigkeit im Jahr 1992 die Fernwärmeversorgung in Georgien und Armenien weitgehend zusammengebrochen.
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Mögliche CDM-Projekttypen umfassen Wirkungsgradverbesserungen in thermischen Kraftwerken, die Erfassung und Nutzung von Deponie-, Klär-, und Grubengasen zur Reduzierung von Methanemissionen, die Aufforstung von Wäldern als Senkenprojekte sowie den Einsatz erneuerbarer Energien. Bei den erneuerbaren Energien kommen insbesondere die traditionell schon genutzte Wasserkraft in den drei Kaukasusländern Aserbaidschan, Georgien und Armenien, Biomassenutzung im landwirtschaftlich geprägten Moldawien sowie Windenergie, insbesondere in Aserbaidschan und Armenien, in Frage. Für Aserbaidschan werden auch vielversprechende Ansätze zur Vermeidung von Methanemissionen bei der Öl- und Gasförderung verfolgt. Methan gehört, wie CO2, zu den 6 sogenannten „Kyotogasen“. Gegenüber CO2 ist das Treibhauspotential von Methan je Tonne 21 mal höher.
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| CDM-Projektpraxis |
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Als ein Element der CDM-Projektpraxis wurde für die Kaukasusländer ein umfassendes CDM - Schulungsprogramm für verschiedene Themenfelder entwickelt. Für jedes Themenfeld wurde ein 1 bis 2-tägiger Workshop konzipiert. Hierzu gehören:
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Nr. |
Workshopthema |
Zeitpunkt |
| 1. |
Workshop betreffend Positionsbestimmung zu Kyoto / CDM |
Sep. 2004 |
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2. |
Basisinformationen zu Kyoto Protokoll und CDM |
Jan. 2005 |
| 3. |
CDM-Projektzyklus: Erstellung von PDDs, Berechnung von Baselines, Nachweis der Additionality |
Mär. 2005 |
| 4. |
CDM-Projekttypen und Technologien: Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Methanvermeidung und Brennstoffwechsel |
Apr. 2005 |
| 5. |
CDM-Projekttypen und Technologien: Industrielle Energieeffizienz |
Sep. 2005 |
| 6. |
Treibhausgasemissionsinventare und -projektionen |
Sep. 2005 |
| 7. |
CDM-Projekttypen und Technologien: (Wieder-) Aufforstungs- und Senkenprojekte |
Okt. 2005 |
| 8. |
Validierung, Registrierung, Verifizierung und Zertifizierung: Anforderungen die Projekte im Hinblick auf eine Prüfung durch Dritte erfüllen müssen, wie wird nach der Erstellung von PDDs fortgefahren, wer sind die Teilnehmer im Markt und wie können Bezugsverträge für Emissionsreduktionseinheiten ausgehandelt werden |
Okt. 2005 |
Zielsetzung der Workshopreihe war lokalen Unternehmen und Institutionen alle erforderlichen fachlichen Kenntnisse im Hinblick auf eine Durchführung von CDM Projekten zu vermitteln.
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Im Rahmen des Schulungsprogramms im April 2005 wurden Emissionsreduktionspotentiale aus den Bereichen Energieeffizienz in der Industrie und Energieversorgung, Erneuerbare Energien, Methanvermeidung und Brennstoffwechsel vorgestellt. Teilgenommen haben Vertreter von Wirtschafts-, Umwelt-, und Landwirtschaftsministerien, Industrie, Energieversorgern, sowie Behörden und Instituten. Der Workshop wurde in jedem der Projektländer gesondert durchgeführt. Dabei wurde aufgezeigt, in welchen Bereichen der jeweiligen nationalen Wirtschaft Emissionsreduktionspotentiale bestehen, die sich für CDM eignen. Gemeinsam mit den Teilnehmern wurden die in ihrem Aktionsradius bzw. Verantwortungsbereich möglichen Projekte identifiziert und diskutiert. Im nächsten Schritt wurden Projektideen gesammelt und dann anhand ausgewählter Kriterien geeignete Projekte festgelegt, die im Hinblick auf CDM weiterverfolgt werden. Für die Auswahl wurden folgende Aspekte zugrunde gelegt:
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- Hat das Projekt eine ausreichende Größe, so dass die zusätzlichen Einkünfte aus dem Verkauf der Zertifikate die Transaktionskosten deutlich übersteigen?
- Kann durch den Verkauf von Zertifikaten eine Wirtschaftlichkeit des Projektes erreicht werden, so dass dieses für Investoren interessant wird?
- Können die Anforderungen für Additionality erfüllt werden?
- Können die für die Projektdokumentation und insbesondere Berechnung der Baseline erforderliche Daten in einer ausreichenden Qualität bereitgestellt werden?
- Gibt es unüberwindbare politische Barrieren für das Projekt?
Seitens der lokalen Vertreter wurde oft der mögliche Projektfinanzierungsbeitrag durch den Verkauf von Zertifikaten überschätzt und der Aufwand für die Erstellung der Projektdokumentation unterschätzt. Für die Weiterverfolgung wurden schließlich Projekte aus den Bereichen Wirkungsgradverbesserungen in thermischen Kraftwerken, Deponiegasnutzung, Grubengasnutzung, Biogasnutzung, sowie Wind- und Wasserkraft ausgewählt.
Bedeutsame Kernbegriffe bei der englisch geprägten CDM-Terminologie sind „Baseline“, „Additionality“ und „Monitoring“. Diese werden im Folgenden vorgestellt und erläutert.
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| Baselines |
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Zur Ermittlung der Emissionsminderungen muss ein Projekt mit einem Referenz-Szenario, der sog. Baseline, verglichen werden.
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Die Baseline beschreibt die Entwicklung der Treibhausgasemissionen ohne das Projekt. Dabei wird dargestellt welche Technologien oder Maßnahmen ohne die Durchführung des Projektes eingesetzt bzw. durchgeführt würden und welche Emissionen dies zur Folge hätte. Die Annahmen hierzu sind auf der Grundlage eines konservativen Bewertungsansatzes zu wählen, transparent darzulegen und zu begründen. Das gewählte Szenario muss plausibel und nachvollziehbar sein. Die Baselines hängen von der nationalen Wirtschaftsstruktur ab und sind folglich von Land zu Land unterschiedlich. Deshalb können gleiche Projekte an unterschiedlichen Standorten eine unterschiedliche Anzahl an Zertifikaten generieren.
Bedingt durch die heimischen Ressourcen an fossilen Energieträgern erfolgt die Stromerzeugung in Aserbaidschan vorwiegend in fossil befeuerten Kraftwerken. Daraus resultiert ein spezifisch hoher Stromnetzemissionsfaktor. Durch einen Windpark als CDM-Projekt wird pro kWh “Windstrom” der Emissionsausstoß je kWh des nationalen Strommixes vermindert. Dabei kann in Aserbaidschan eine hohe Emissionsreduktion erreicht werden. In einem Land mit einem hohen Anteil an Wasserkraftwerken, wie z. B. in Georgien, ist der Netzemissionsfaktor deutlich niedriger. Ein Windpark würde deshalb ebenfalls deutlich weniger CO2 Emissionen vermeiden. Beim betrachteten Beispiel war die Emissionsreduktion je erzeugter kWh in Aserbaidschan etwa doppelt so hoch wie in Georgien. Als Folge der bereits genutzten erneuerbaren Energien in Georgien konnten die generierbaren Emissionsreduktionseinheiten dem Windpark in Georgien nicht über die Schwelle zur Wirtschaftlichkeit verhelfen. Dieser Aspekt ist in den Projektländern oft schwer vermittelbar, denn Nationen, die ihren Strom bereits heute mit „sauberen“ Quellen erzeugen, fühlen sich durch die geltende Regelung benachteiligt.
Die Kraftwerksstruktur eines Landes ist üblicherweise heterogen. Für den als CDM-Projekt geplanten Windpark ist im Rahmen der Baseline-Studie z. B. darzustellen, wie sich die Energieversorgung zukünftig ohne den Windpark entwickeln würde, d. h. welche Kraftwerke alternativ gebaut würden und welche Anlagen der Windpark ersetzt.
Genau dies stellt in der Praxis jedoch eine Herausforderung dar und wie bei der Debatte in Deutschland über die indirekten Emissionen der elektrischen Nachtspeicherheizung gibt es keine allgemeingültigen Wahrheiten, außer dass es im Falle des CDM um bares Geld geht, welches für die Finanzierbarkeit eines Projektes ausschlaggebend sein kann. Bei Stromversorgungssystemen, die wie in Georgien (überwiegend Wasserkraft) und Armenien (überwiegend Kernenergie und Wasserkraft), bereits aus weitgehend CO2-freien Kraftwerken gespeist werden, stößt man an Grenzen, plausible Baselines für eine ausreichend hohe Generierung von CER-Zertifikaten zu konstruieren. Ferner kann sich die Ermittlung von über die Zeitachse dynamischen Baselines, wobei z. B. die zukünftige Inbetriebnahme neuer und die Abschaltung bestehender Kraftwerke berücksichtigt werden, als sehr aufwendig erweisen.
Die Baseline-Ermittlung bei CDM-Projekten zur Vermeidung von direkten Methanemissionen ist methodisch ebenfalls ziemlich komplex. Schwer zu fassen und abzubilden ist dabei die Menge des unkontrolliert entweichenden Methans und die Entwicklung über die Zeitachse ohne CDM-Projekt, z. B. bei einem Öl- und Gasfeld oder bei einer Abfalldeponie.
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| Additionality |
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Projekte, die wirtschaftlich attraktiv sind, auch ohne CDM Registrierung durchgeführt werden, aufgrund gesetzlicher Vorgaben ohnehin umgesetzt werden müssen oder dem Stand der Technik im Gastland entsprechen, sind „Business as usual“ und für CDM nicht zulässig. Voraussetzung für die Ausstellung von zertifizierten Emissionsminderungen und für die Anerkennung eines Projektes im Rahmen von CDM ist, dass es zu Emissionsminderungen führt, die in einer Entwicklung ohne das Projekt nicht entstanden wären. Diese Emissionsminderungen sind dann zusätzlich (additional). Durch diese Regelung sollen „Mitnahmeffekte“ vermieden werden. Bei den derzeitigen CO2-Preisen von ca. 20-25 €/t CO2 im Europäischen Emissionshandel betragen CER-Preise je nach Projektqualität und Fortschritt der Projektentwicklung etwa 7 - 12 €/t CO2. Bei den im Allgemeinen kapitalintensiven erneuerbaren Energien kann durch CDM jedoch dann nur ein „bescheidener“ Finanzierungsbeitrag in der Größenordnung von 5 - 20 % der gesamten Projektinvestitionen erfolgen. Die Investitionsmittel werden in der Bauzeit benötigt, wohingegen die CERs erst während der Betriebsphase entstehen und finanzmathematisch entsprechend abgezinst werden müssen. Deshalb ist CDM für die Finanzierung von erneuerbaren Energien vielfach alleine nicht ausreichend und somit nicht der „Königsweg“. Zusätzlich sind weitere flankierende Maßnahmen, wie z. B. eine erhöhte Einspeisevergütungen erforderlich.
Weniger problematisch ist das Thema Additionality bei Methanerfassungsprojekten, wenn das (überwiegende) Projekteinkommen aus der Generierung von CERs entsteht. Diese Projekte sind dann per sé zusätzlich.
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| Monitoring |
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Als Monitoring bezeichnet man die tatsächliche „ex post“ Ermittlung der im PDD lediglich vorab „ex ante“ geschätzten Emissionsreduktion während der Laufzeit des Projektes. Ein lückenloses, nachvollziehbares Monitoring ist die Voraussetzung für die spätere Verifizierung und Ausstellung von Emissionsminderungseinheiten.
Bei den andiskutierten Projekttypen geschieht das Monitoring beispielsweise durch Messung der Einspeisung in das Stromnetz, oder die Messung der erfassten Methanmengen. Abgesehen von der bereits geschilderten Problematik der Baselineemissionen dürfte das „technische“ Monitoring der eigentlichen Projektaktivität weniger problematisch sein als die Hürden bei Baselines und Additionality.
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| Fazit |
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CDM ist ein interessanter marktwirtschaftlicher Ansatz für Emissionsreduktionen in Entwicklungsländern und ihre entsprechende Anrechnung auf die Verpflichtungen der Industrieländer. Die Vorbereitungen für CDM-Projekte sind in den Gastländern weltweit angelaufen und national unterschiedlich fortgeschritten. Zahlreiche Projektentwicklungen wurden zwischenzeitlich initiiert, genehmigte CDM-Projekte gibt es bislang allerdings noch wenige. Um Missbrauch vorzubeugen, wurden recht strenge internationale Regulierungsinstrumente entwickelt, mit der Kehrseite einer drohenden Überregulierung, welche auch zu hohen Transaktionskosten führt. Eine Vielzahl an Emissionsreduktionsprojekten wird nur erreicht, wenn Aufwand und Nutzen einerseits sowie unternehmerische Risiken und Chancen andererseits in einem ausgewogenen Verhältnis einander gegenüberstehen. Da sich die nationalen Kriterien für CDM und JI von Land zu Land unterscheiden, wird dieser Aspekt deutlich erschwert. Die Flexiblen Mechanismen CDM und JI stecken noch in Kinderschuhen und werden sicherlich erst in der 2. Handelsperiode 2008-12 einen nennenswerten Beitrag zur Erfüllung der Emissionsvorgaben innerhalb der EU leisten können. Mit der Zunahme durchgeführter Projekte steigen die Erfahrungen im Tagesgeschäft und Prozeduren können sich etablieren und zur Routine werden. Dies wird mittelfristig den Ablauf von Projekten vereinfachen und beschleunigen. Unternehmen, die sich frühzeitig im Rahmen von CDM- und JI-Projekten engagieren, beteiligen sich durch ihren in der Anfangsphase spezifisch höheren Aufwand, an der Entwicklung und Etablierung des gesamten Systems. Nachdem dies erfolgt ist, wird es hoffentlich mit einem vertretbaren zusätzlichen Aufwand möglich sein, Projekte als CDM oder JI zu registrieren. Auf internationaler Ebene konkurrieren einerseits die EU-Staaten und deren Unternehmen untereinander und andererseits noch zusätzlich Japan und Kanada um CDM- und JI-Projekte. Dabei geht es neben dem Ausbau neuer Geschäftsfelder und Geschäftsmodelle auch um die Lieferung von Technologien und insbesondere die Sicherung von Marktanteilen. Neben den Unternehmen die in Deutschland oder der EU zur Emissionsreduktion verpflichtet sind und CDM zur „günstigeren“ Erfüllung ihrer Emissionsvorgaben nutzen werden, bietet CDM auch Herstellern von Umwelttechnologien herausragende Chancen, ihre Produkte in anderen Ländern und neuen Märkten zu platzieren. Emissionsminderungen und Energieeffizienz sind gewollt und wird über CDM und JI finanziell gefördert. Um von diesem globalen Trend zu profitieren und daraus Umsatz und Gewinn für das eigene Unternehmen zu generieren, ist trotz des Umfelds mit vielen ungeklärten Fragen ein frühes Engagement in diesem neuen Marktumfeld wichtig.
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