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Startseite  Vorbereitung in Unternehmen: Risikostrategie
Risikostrategie

Ab 2005 wird jede vermiedene oder überplanmäßig ausgestoßene Tonne CO2 bares Geld in Form von zusätzlichen Kosten oder erlösen. Dies wird die Geschäftstätigkeit der betroffenen Unternehmen nachhaltig beeinflussen und ihnen eine detaillierte Risikoanalyse sowie eine unternehmensspezifische Risikostrategie abverlangen.

 

Die Einführung des Emissionshandels ab 2005 lässt die Zahl an Unsicherheiten und Risiken für ein Unternehmen immens ansteigen. Gutes Risikomanagement erlangt aus diesem Grund zunehmend an Bedeutung. In Zeiten des globalen Wandels wird es für Unternehmen immer wichtiger, Unternehmensstrukturen und -systeme zu finden, die mit den neuen Marktanforderungen und einer sich dynamisch verändernden und komplexer werdenden Umwelt zurechtkommen.

Mit der Erstallokation von Emissionsrechten wird die Ausgangslage eines Unternehmens im Emissionshandelsmarkt definiert. Die zugeteilte Menge an Emissionsberechtigungen stellt für ein Unternehmen das Startkapital dar und hat eine direkte Auswirkung auf die Bilanz des Unternehmens. Durch eine hohe Sorgfalt und Datenqualität bei der Erstellung von Emissionsinventaren und Emissionsberichten kann einem ungerechtfertigten Defizit vorgebeugt werden. Im Tagesgeschäft wird ein Unternehmen, bedingt durch den Emissionshandel, mit verschiedenen Risiken konfrontiert. Diese sind:

 

Jede unternehmerische Entscheidung birgt Risken. Damit umzugehen lässt sich als Risikomanagement bezeichnen. Risikomanagement muss individuell an die Anforderungen der verschiedenen Wirtschaftsaktivitäten von Unternehmen in den jeweiligen Branchen angepasst bzw. erstellt werden.
Da es kaum möglich ist, sämtlichen zukünftigen Entwicklungen mit Absicherungsmechanismen zu begegnen und viele Ereignisse unerwartet oder nicht kalkulierbar sind, erfordert es ein leistungsfähiges Risikomanagement, das sowohl präventiv ist als auch in der jeweiligen Situation eine angemessene Reaktion ermöglicht.

Risiken müssen vorausschauend abgewogen und mit dem optimalen Absicherungsmechanismen kombiniert werden.

Zu den Aufgaben des Risikomanagements gehören sowohl die Informationsgewinnung als auch die Schaffung und Nutzung von Handlungsspielräumen, die aus den gesammelten und ausgewerteten Informationen resultieren. Anforderungen an das Risikomanagement sind:

  • langfristige Sicherung der Unternehmensziele und Geschäfte
  • Senkung der Risikokosten.

Es gibt zwei Möglichkeiten aktiv mit Risiken umzugehen:

  • Risiken soweit wie möglich zu begrenzen
  • Risiken zu begegnen.


Risikobegrenzung
Durch vorausschauendes agieren können Risiken begrenzt und minimiert werden. Grundlage hierfür ist, mögliche zukünftige Risiken zu identifizieren und zu bewerten. Um die maximalen Schadensauswirkungen zu ermitteln sind im Vorfeld Analysen erforderlich. Auf deren Grundlage werden anschließend Vorschläge zur Risikominimierung entwickelt und präventive Maßnahmen eingeleitet.
Zentrales Entscheidungskriterium ist: wie viel Risiko kann und will ein Unternehmen selbst tragen und welche Risiken sollen auf Dritte abgewälzt werden. Um dies zu beantworten sollte das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Risikoabwälzung auf Dritte geprüft werden. Risiken, bei denen nur Bagatellschäden zu erwarten sind, werden sicher selbst getragen. Hingegen sollten Risikoereignisse, deren Eintreten das Unternehmen finanziell überfordern würden, durch Dienstleistungen Dritter begrenzt werden.

Risikobegegnung
Wenn ein Risiko bereits besteht oder nicht mehr abwendbar ist, dann kann von Risikobegegnung gesprochen werden. Die Reaktion auf eine Schadensgefahr hängt von der Höhe des möglichen Schadens ab und welcher Aufwand erforderlich ist, um dem möglichen Höchstschaden zu begegnen. Unternehmen, mit flexiblen Entscheidungsstrukturen, haben eine günstige Ausgangslage, schnell auf veränderte Situationen zu reagieren.
Es gibt Situationen bei denen ein erhöhtes Risiko auch bewusst in Kauf genommen wird, da einer erhöhten Risikobereitschaft oft auch hohe Gewinnchancen gegenüberstehen. Dies sind beispielsweise das Aktiengeschäft oder der Handel mit Emissionszertifikaten.


Risikomanagement
Der Prozess des Risikomanagements umfasst folgende drei Schritte: Risiko-Analyse, Risikoplanung und
-steuerung und die Risikoüberwachung.

 

Die Risiko-Analyse stellt den ersten Prozessschritt dar. Dabei wird festgestellt, welche Risiken vorhanden sind, wie stark diese ausgeprägt sind, in welchem Zusammenhang sie stehen, ihre Eintrittswahrscheinlichkeit sowie die Höhe des potentiellen Schadens.

Zielsetzung der Risikoplanung und -steuerung ist, die analysierten Risiken zu minimieren. Die Maßnahmen reichen von Vermeidung des Risikos (soweit dies möglich ist) bis zur Abwälzung des Risikos auf Dritte.

Eine zentrale Aufgabe der Risikoüberwachung besteht darin, ein präzises und funktionsfähiges Informationssystem und Berichtswesen zu konzipieren und zu betreiben. Dieses Informationssystem ist die Grundlage zur Überwachung und soll Einsicht in den Ablauf der Prozesse geben. Die Informationen werden aus den einzelnen Bereichen an einer Stelle gebündelt ausgewertet und beurteilt. Schnelle Informationsweitergabe und kurze Informationswege sind erforderlich, um rechtzeitiges Eingreifen zu ermöglichen. Der aktuelle Stand muss jederzeit abrufbar sein und auch kontrolliert werden können.

Die Dokumentation oder auch Reporting verbindet die drei Prozessschritte der Risiko-Analyse, Risikoplanung und -steuerung und der Risikoüberwachung miteinander, da dort alle drei Prozessschritte und ihre Abläufe dokumentiert werden.

Frühwarnsysteme, die meist auf aussagefähigen Kennzahlen beruhen, sollen warnen, wenn Indikatoren bestimmte Werte überschreiten (z. B. das verfügbare Emissionsbudget). Eine rechtzeitige Identifizierung schafft Handlungsspielräume für Entscheidungen und Gegenmaßnahmen, um den drohenden Schaden oder Verlust zu minimieren oder sogar abwenden zu können.